Lowbrow/Popsurrealismus

Als ich vor einigen Jahren meine Bilder zum ersten Mal der Öffentlichkeit in Hamburg aussetzte, kommentierten viele Betrachter sie mit “So etwas habe ich noch nie gesehen.” Mittlerweile hat sich das geändert und die Strömung, in die ich meine Arbeiten einordne, findet langsam einen Zugang zu den Sehgewohnheiten. Hier in Hamburg hat sicherlich Ralf Krüger mit seiner Galerie Feinkunst Krüger einen großen Beitrag dazu geleistet. Weitere Galerien wären Helium Cowboy, OZM Art Space Gallery oder die Urban Shit Gallery.

Was hat es also auf sich mit diesen merkwürdigen Bildern, die erst allmählich in den U.S.A. ihren Weg in die großen Kunstgalerien fanden, aber bereits Jahrzehnte vorher im Underground ihr Unwesen trieben?

Nur kurz zur Begriffserklärung: Lowbrow steht für anspruchslos. Die Ursprünge entwuchsen den amerikanischen Subkulturen der 50er/60er Jahren, die sich für B-Movies/Monsterfilme, Comics, Tattoos, Pulp Magazine und Rockmusik begeisterten. In den Augen der sophisticated People war diese Kunstrichtung also dem Kunstmarkt unwürdig, entzückte jedoch Kunst- und Kulturinteressierte, die über den Tellerrand der gängigen Museen und Galerien schauten und Urban Street Art wertschätzten. Angemessenere Bezeichnungen wären eigentlich Popsurrealismus oder auch Assoziativer Realismus, die mit dem Begriff Lowbrow Art oft einher gehen. Angelehnt an den Surrealismus des frühen 20. Jahrhunderts finden die aktuellen popkulturellen Einflüsse aus Film, Fernsehen, Musik und Comic/Literatur ein neues Zuhause auf Leinwand, Hauswand oder als Objektkunst, gerne auch als Tattoomotiv oder Kunstdruck, sowie vervielfältigte Sammelfigur.

Hier eine kleine Auswahl an Ikonen der Lowbrow Art: Anthony Ausgang, Nicoletta Ceccoli (kaufbares hier: Artsy.net), Camilla Rose Garcia, Femke HiemastraScott Musgrove, Mark Ryden, Joe Sorren Entdecke mehr Künstler auf meinem Block Süsskultur und auf Artsy.net