über mich – sujet und biografisches zu Simone

Eine kleine Zeitreise

Kind der 70er

Simone holt etwas aus: Ich bin in einem alten Bauernhaus auf dem norddeutschen Land aufgewachsen. Schon seit langen existiert der Hof nicht mehr, außer in meinen Träumen. Tatsächlich ist dieser Ort für mich sehr bedeutungsschwanger, hat etwas gespenstisches und geheimnisvolles. In viele meiner Bilder transportiere ich diese Atmosphäre von kindlicher Phantasiewelt und Düsternis.

Das war die Zeit des kalten Krieges und ich erinnere mich an die regelmäßigen Tiefflieger und die verschiedenen Sirenenübungen. Am gruseligsten war für mich der ABC-Alarm, v.a. als ich erfahren habe, dass das nichts mit dem Alphabet zu tun hat.
Es gab damals noch ein Postamt im Dorf, das viermal die Woche geöffnet hatte, da war ein Mann hinter einer Glaswand, Stempel, Briefmarkenschwämme und Fahndungsposter von der RAF. Der Supermarkt hatte bis 18 Uhr (?) geöffnet, außer Samstags, da nur bis Mittag (?).
Im Winter hatten wir Eisblumen an den Fenstern. Im Sommer waren Mückenlarven in der Regentonne. Aus irgendeinem Grund habe ich geglaubt, die Würmchen wären mit dem Regen da rein gekommen.
Es gab noch keine Fahrradhelme und ich habe oft Probleme gehabt mit dem Fahrrad den Bordstein hoch -oder runter zu fahren. Am Knie habe ich davon eine fette Narbe, die man aber nicht sieht, da ich nicht wirklich braun werde.
Traumatisierende Filme: The day after, der weiße Hai, die Frank Zander Show
Schöne Filme: das letzte Einhorn, der dunkle Kristall, Reise ins Labyrinth

Malen und zeichnen

Mit ungefähr 16 Jahren habe ich autodidaktisch angefangen mit Kohle zu zeichnen, dann mit Pastellkreide und schließlich mit Öl. In der Kulturwüste Dithmarschens war meine einzige Berührung mit Kunst der Kunstunterricht in der Schule. Ich wollte Bilder an den Wänden abseits von dem, was es in der Bravo oder Popcorn gab und es sollten keine kitschigen Poster von Fotographica sein. Also habe ich kleine Bildchen, z.B. aus der Hörzu (Morticia Adams schneidet einer Rose die Blüte ab), mit Kohle auf die Rückseite von Wahlplakaten vergrößert gezeichnet.

Nach einer mehrjährigen Exkursion ins Studentenleben (FH Ottersberg/Kunsttherapie und Bildkunst Akademie Hamburg/Illustrationsdesign) konnte ich meine Techniken ausprobieren und erweitern. Letztendlich lerne ich autodidaktisch meine Skills zu verfeinern.

Eine ganze Weile war ich auf der Suche nach Weltbildern und neuen Anstößen. Wahrscheinlich war es v.a. die Anthroposophie als andere Religionen, die mich letztendlich zweifelnd und ungläubig zurück ließen. Auch in der Kunstszene befand ich mich in der Wüste. Bis ich in Berlin die Galerie Strychnin für mich entdeckte und somit die Lowbrow Art. Ich habe mich so sehr darin verliebt, dass ich angefangen habe das Blog „Süßkultur“ zu schreiben, da ich im deutschen Raum kaum etwas darüber gefunden habe.

Sujet

Meine Bilder sind bevölkert von surrealen Wesen, die in Kombination mit ihrer Umgebung eine sonderbare Atmosphäre schaffen. Obwohl teilnahmslos wirkend,  versuchen sie ihre Umwelt zu begreifen. In ihrem scheuen Versuch Kontakt herzustellen, erscheinen sie ausgesetzt, alleingelassen, entrückt. Weitere Aspekte meiner Arbeit sind expressiv realistische Darstellungen von Personen, deren mentale Schäden durch äußere Verletzungen gespiegelt werden.


A short time travel

Child of the 70s

Simone speaks verbosely: I grew up in an old farmhouse in northern Germany. The farm does not exist anymore for a long time now, except in my dreams. In fact, this place is very meaningful to me, has something spooky and mysterious. In many of my pictures I transport this atmosphere of childlike fantasy world and darkness.

That was the time of the Cold War and I remember the regular low-flying aircraft and the various siren exercises, the creepiest one for me was the ABC alarm, especially when I learned that this had nothing to do with the alphabet.
There was a post office in the village that was open four times a week, there was a man behind a glass wall, stamps, stamp sponges and RAF wanted posters. The supermarket was open until 6 pm (?), except on Saturdays, since only until noon (?).
In winter we had ice flowers on the windows. In the summer there were mosquito larvae in the rain barrel. For some reason, I thought the worms got in there with the rain.
There were no bicycle helmets yet and I often had problems to ride my bike up or down the curb. I have a fat scar on my knee, but you can’t see it because I don’t really get a tan.
Traumatizing movies: The day after, the great white shark, the Frank Zander Show
Beautiful movies: the last unicorn, the dark crystal, the labyrinth

Painting and drawing

At about 16 years of age I started drawing autodidactically with charcoal, then with pastel chalk and finally with oil paint. In the cultural desert of Dithmarschen my only contact with art was art lessons at school. I wanted pictures on the walls away from what was in the Bravo or Popcorn and they should not be kitschy posters of Fotographica. So I drew small pictures, e.g. from the Hörzu (Morticia Adams cuts off the bloom of a rose), enlarged with charcoal on the back of election posters.

After an excursion of several years into student life (FH Ottersberg/Kunsttherapie und Bildkunst Akademie Hamburg/Illustrationsdesign) I could try out and expand my techniques. Finally I learn to refine my skills autodidactically.

For quite some time I was on the search for world views and new impulses. It was probably above all anthroposophy as other religions that ultimately left me doubtful and unbelieving. I was also in the desert in the art scene. Until I discovered the Strychnin Gallery in Berlin and thus Lowbrow Art. I fell so much in love with it that I started writing the blog “Süßkultur”, because I hardly found anything about it in Germany.

Sujet

My paintings are populated by surreal beings who, in combination with their surroundings, create a strange atmosphere. Although apathetic, they try to understand their environment. In their shy attempt to make contact, they appear abandoned, left alone, raptured. Other aspects of my work are expressively realistic depictions of people whose mental damage is mirrored by external injuries.